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Ist das giftig für meine Katze?

Freigägner-Katzen draußen im Grünen.

Zwei Katzen im Garten. © Jürgen Plinz

Katzen prüfen in der Regel ganz genau, was sie fressen. Daher kommt es seltener als bei anderen Tieren vor, dass Katzen im Alltag etwas Giftiges zu sich nehmen. Dennoch sind Katzen nicht allwissend. So kann sie beispielsweise nicht wissen, ob die Maus, die sie gerade verspeist hat, vielleicht kurz zuvor noch Rattengift aufgenommen hat. 

Grundsätzlich gibt es vier Arten der Giftaufnahme: 
 

  1. Direkte oder indirekte Aufnahme durch den Verzehr von Beutetieren
  2. Indirekte Aufnahme durch das Putzverhalten (Fellpflege)
  3. Einatmen giftiger Gase
  4. Aufnahme über die Haut (transdermale Aufnahme)

Gefährliche Giftquellen für Katzen mit Freigang


Häufig kommt bei Freigängern eine Vergiftung durch Rattengift vor, bzw. allgemeiner gesagt, durch Nager-Bekämpfungsmittel oder Rodentizide. Zu den gängigen Rodentiziden zählen die Köder mit jenen Wirkstoffen, die sich auf die Blutgerinnung von Nagern auswirken. Aufgrund der gehemmten Gerinnung verbluten die Nagetiere nach der Aufnahme des Köders. Katzen können das Gift auf direktem oder indirektem Wege aufnehmen, durch den Köder selbst oder durch das Fressen des bereits vergifteten Nagetiers. 

Je nachdem, wie viel Gift die Katze aufgenommen hat, ist mit Blutarmut aufgrund innerer Blutungen und damit einhergehenden Schwäche-Symptomen, häufig in Verbindung mit erkennbar blassen Schleimhäuten zu rechnen. Vitamin K hilft dabei, die Blutgerinnung wieder unter Kontrolle zu bringen und sollte je nach Schwere der Vergiftung über einen längeren Zeitraum verabreicht werden. Weitere unterstützende Maßnahmen wie Bluttransfusionen können in schweren Fällen nötig sein. 

Weitere, eher selten vorkommende Vergiftungen können durch folgende Mittel ausgelöst werden:
 

  • Insektizide, die z. B. bei der Beseitigung von Wespennestern verwendet werden.
  • Molluskizide, die zur Bekämpfung von Weichtieren zum Einsatz kommen (z. B. Schneckenkorn).
  • Fungizide, die Pilzbefall bei Pflanzen beseitigen (z. B. gegen Mehltau).


Stellen Sie unbedingt sicher, dass all diese Präparate gut verschlossen und unerreichbar für Kinder aufbewahrt werden. Sollten Sie bei der Verwendung etwas verschütten, wischen Sie es sofort und äußerst gründlich auf. Ggf. ist es auch ratsam, Ihre Katze erst wieder hinaus zu lassen, wenn die Präparate vollständig getrocknet sind. Sprechen Sie auch mit Ihren Nachbarn, falls Sie mitbekommen, dass jemand die Präparate verwendet. So wissen alle Bescheid und können ihre geliebten Katzen vor Vergiftungen schützen.

Anti-Floh- und Zeckenmittel für Hunde können für Katzen giftig sein


Bitte achten Sie sorgfältig auf die Warnhinweise! Viel zu häufig kommt es zu Vergiftungen und Todesfällen, weil Parasitenmittel für Hunde trotz entsprechender Warnhinweise bei Katzen angewendet werden. Hierbei ist besonders der Wirkstoff Permethrin problematisch. Dieser ist Bestandteil in vielen Spot-ons, Sprays und Pudern und es kann bei Katzen u. a. zu Speicheln und zentralnervösen Symptomen bis hin zum Tod führen. 

Vergiftungen durch Frostschutzmittel


Besonders im Winter ist die Gefahr, dass eine Katze das teil süßlich schmeckende Frostschutzmittel (für den Kühler und die Waschanlage) aufnimmt, nicht zu unterschätzen. Gängige Frostschutzmittel enthalten oft Ethylenglykol; eine Aufnahme kann bei Katzen bereits in geringen Mengen zu Nierenversagen und Tod führen. Falls Sie den Verdacht haben, Ihre Katze könnte Frostschutzmittel aufgenommen haben, suchen Sie SOFORT den Tier-Notdienst auf! Es gibt wirksame Gegenmaßnahmen, jedoch nur während der ersten Stunden nach der Aufnahme der giftigen Substanz.    

Giftige Zimmer- und Gartenpflanzen


Viele Zimmer- und Gartenpflanzen sind giftig. Freigänger-Katzen knabbern zwar regelmäßig an Gras, ihr Instinkt hilft ihnen aber in der Regel dabei, einen Bogen um giftige Pflanzen wie Herbstzeitlose, Eiben usw. zu machen. Reine Wohnungskatzen sind hingegen eher gefährdet, an giftige Pflanzen zu geraten. 

Eine Liste mit giftigen Substanzen und ersten zu ergreifenden Maßnahmen finden Sie hier.

Gefährliche Giftquellen für Wohnungskatzen


Liliengewächse sind hochgiftig! Sie verschönern viele Wohnungen in ganz unterschiedlicher Pracht, doch Lilienpflanzen können bei Katzen zu schweren Nierenschäden führen und haben eine oft tödliche Wirkung, was viele Halter gar nicht wissen. Dabei sind alle Teile der Pflanzen giftig und können auch bei sehr geringen Mengen tödlich wirken. Allein der bloße Kontakt oder die Aufnahme von Blumenwasser oder -erde kann schwere Nierenerkrankungen mit sich bringen. Hat Ihre Katze Liliengewächse aufgenommen, sollten Sie sofort den Tierarzt aufsuchen.

Es gibt natürlich zahlreiche weitere Pflanzen, die für unsere Stubentiger giftig sind. Nähere Informationen erhalten Sie über die bebilderte Datenbank der Universität in Zürich.

Reinigungs- und Hygienemittel


Auch Reinigungs- und Hygienemittel im Haushalt wie Bleiche, Chlor, verschiedene Duftstoffe, Polituren etc. können bei Katzen zu Vergiftungen führen. Diese Mittel (ebenso wie Malerfarbe, Lack, Verdünnungs- oder Holzschutzmittel) wirken zwar nicht gerade verlockend auf die empfindlichen Katzen-Näschen, allerdings besteht dennoch eine mögliche Gefahr, wenn sie in Kontakt mit frisch gereinigten Oberflächen und Gegenständen kommen, denn die schädlichen Stoffe gelangen durch die Fellpflege in den Organismus der Katze. 

Vor allem der Wirkstoff Benzalkoniumchlorid ist für Katzen giftig, der in vielen Haushaltsreinigern enthalten ist. Wenn Katzen diese Mittel ablecken oder mit der Haut in Kontakt kommen, kann es zu vermehrtem Speicheln, tiefgehenden Schleimhautablösungen (Ulzera) in der Maulhöhle, Fieber und starken Hautirritationen kommen.

Medikamente aus der Humanmedizin


Bewahren Sie Medikamente immer sicher auf, damit Ihre Katze nicht versehentlich ein Arzneimittel (z. B. Antidepressiva oder Schmerzmittel) zu sich nimmt. Auch sollten Sie NIEMALS in Eigenregie handeln und Ihrer Katze Mittel aus der Humanmedizin verabreichen.

Paracetamol ist nämlich beispielsweise ein Medikament, bei dem bereits eine Tablette ausreicht, um bei einer Katze zum Tod zu führen. Die Symptome reichen von Apathie und Erbrechen bis hin zu einer deutlichen Schwellung des Gesichts und der Pfoten sowie einer bläulichen Verfärbung der Haut. Suchen Sie umgehend Ihren Tierarzt auf, sollten Sie diese Symptome an Ihrer Samtpfote entdecken. Bei sofortiger Verabreichung eines entsprechenden Gegenmittels kann Ihrer Katze unter Umständen noch geholfen werden.

Verschiedene Symptome bei verschiedenen Vergiftungen


Die Symptome einer Vergiftung hängen natürlich stark vom jeweiligen Wirkstoff und der aufgenommenen Menge ab und sind oftmals ziemlich unspezifisch, zumal sie natürlich auch in Kombination auftreten können. Mangelnde Hinweise auf mögliche Giftquellen machen es darüber hinaus nicht gerade einfach, einen konkreten Verdacht zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass es nicht nur die meistens akuten, sondern auch die chronischen Vergiftungen gibt.

Beispiele für mögliche Symptome:
 

  • Nervensystem: Zittern, mangelnde Koordinationsfähigkeiten, Anfälle, Speicheln
  • Nieren: vermehrter Durst und vermehrter Urinabsatz, Appetitlosigkeit
  • Atmungstrakt: Atemnot, Niesen, Husten
  • Verdauungsorgane: Erbrechen und/oder Durchfall
  • Haut: Entzündung, Rötung, bläuliche Verfärbung, Schwellung
  • Veränderte Schleimhautfarben (v. a. in der Maulschleimhaut zu sehen): blass (weiß), gelb, rot, bläulich, bräunlich

Maßnahmen bei Verdacht auf Vergiftungen: 


Besteht der Verdacht auf eine Vergiftung, ist SOFORT der Tierarzt aufzusuchen. 


Informationen für den Tierarzt:
 

  • Probe des Giftes 
  • Produktbeschreibung des Giftes
  • Zeitpunkt der Giftaufnahme
  • Menge der Giftaufnahme, falls bekannt
  • Hat das Tier erbrochen, auch eine Probe des Erbrochenen mitbringen


Das Tier ist ohne Bewusstsein:
 

Das Tier schwebt in Lebensgefahr; es ist keine Zeit zu verlieren. Suchen Sie SOFORT den nächsten Kleintierarzt oder die nächste Tierklinik auf! 


Erste Lebenserhaltende Maßnahmen können Sie selbst durchführen:
 

  • Atemwege freihalten: Befreien Sie die Maulhöhle von Schleim und Erbrochenem und lagern Sie die Zunge heraus, damit das Tier nicht daran erstickt.
  • Bei Krämpfen: Beruhigen Sie das Tier und entfernen Sie ggf. Gegenstände, an denen es sich verletzen kann.
  • Bei Atemstillstand: Führen Sie eine Herzdruckmassage durch (seitlich lagern und linke Brustwand rhythmisch komprimieren).


Lösen Sie keinesfalls eigenmächtig ein Erbrechen bei Ihrer Katze aus, da das Tier ersticken könnte. Das Verabreichen von Milch, Eiweiß oder pflanzliche Ölen, ohne zuvor mit Ihrem Tierarzt gesprochen zu haben, sollten Sie ebenfalls vermeiden.

Versuchen Sie stattdessen, das Fell, die Haut, die Schleimhäute und die Augen des Tieres mit lauwarmem Leitungswasser zu waschen (Handschuhe benutzen!). Trockene Pulver können Sie vorsichtig mit dem Staubsauger entfernen.

Zusätzliche Maßnahmen sind nur dann sinnvoll, wenn Sie genau wisssen, welche Giftstoffe Ihre Katze aufgenommen hat. Es ist zunächst immer der Rat eines Tierarztes einzuholen!
 

 

 

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Fax:+49 (0) 228 6049642
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