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Kastration vs. Sterilisation bei Hund und Katze

Viele denken heute noch, dass männliche Tiere kastriert und weibliche Vierbeiner sterilisiert werden. Dem ist jedoch nicht so. FINDEFIX klärt über den Irrglauben auf.

Um die unkontrollierte und ungewollte Vermehrung Ihres Haustieres zu unterbinden, gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: die Kastration und die Sterilisation. Doch worin genau bestehen eigentlich die Unterschiede? Ihr Team von FINDEFIX erklärt es Ihnen. So finden Sie garantiert die Methode, die für Ihren Hund oder Ihre Katze am besten geeignet ist.

 

Sterilisation bei einer Katze (© istockphoto.com / Isarint Sangmanee)

Sterilisation bei einer Katze (© istockphoto.com / Isarint Sangmanee)

Gute Gründe

Sie fragen sich, wieso Sie Ihr Tier überhaupt kastrieren oder sterilisieren lassen sollten? Sie vermeiden auf diese Weise natürlich die Entstehung von Nachwuchs. Etliche Vierbeiner warten bereits in den Tierheimen auf ein liebevolles, neues Zuhause. Die Heime sind voll und die Tiere können kaum so schnell vermittelt werden, wie neue Bewohner einziehen. Um dieses Problem nicht weiter zu befeuern, ist es ratsam, vor allem Ihre Katze kastrieren oder sterilisieren zu lassen. Doch Kastration und Sterilisation können auch noch weitere Vorteile (sowie auch den ein oder anderen Nachteil) haben – für Ihren Vierbeiner und für Sie. Diese haben wir von FINDEFIX im Folgenden erläutert.

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Beide Methoden erfordern einen operativen Eingriff unter Vollnarkose. Daher sollten Sie das Risiko einer Kastration oder Sterilisation nicht unterschätzen. Dennoch handelt es sich dabei gewissermaßen um „Standard-Eingriffe“ beim Tierarzt und die meisten Haustiere weisen nach der Operation höchstens eine Schwellung oder Rötung im Wundbereich auf, die nach einigen Tagen Ruhe folgenlos abklingt und verheilt. Nach etwa zehn Tagen werden in der Regel die Fäden gezogen.

Der Unterschied der beiden Methoden liegt nicht etwa – wie viele Menschen vermuten – im Geschlecht des operierten Tieres, sondern in der Vorgehensweise. Bei einer Kastration werden die kompletten Keimanlagen (Hoden bzw. Eierstöcke) entfernt. Eine Sterilisation bedeutet lediglich das Abbinden von Samen- bzw. Eileiter.

 

Kastration: Bekannt und bewährt

Katzen, insbesondere Freigängerkatzen, sollten bzw. müssen zwingend kastriert werden, da die unkontrollierte Vermehrung andernfalls nicht verhindert werden kann und die Population der frei lebenden Katzen nicht noch zusätzlich vergrößert werden soll. Deshalb gibt es heute in vielen Kommunen auch eine Kastrationspflicht  für Katzen mit Freigang.

Hunde sollten nur aus medizinischen Gründen kastriert werden. Inzwischen wird die Kastration bei Hunden nicht mehr pauschal empfohlen, da es mittlerweile auch viele Untersuchungen gibt, die auf gesundheitliche Probleme nach Kastrationen hindeuten können. Zudem ist eine pauschale Kastration nach Tierschutzgesetz verboten.

Die meisten Tierhalter lassen Ihren Hund oder Ihre Katze kastrieren. Aus gutem Grund: Durch die komplette Entfernung von Hoden bzw. Eierstöcken bleibt kein Restrisiko bezogen auf die Fruchtbarkeit. Da auch die Hormonproduktion durch diesen Eingriff unterbunden wird,  kann es zu verändertem Verhalten der Tiere kommen. Kater sind z. B. nach einer Kastration weniger in Revierkämpfe verwickelt und haben somit auch ein geringeres Risiko, sich mit unheilbaren Immunschwäche-Erkrankungen wie FeLV (Leukämie) oder FIV (Katzen-AIDS) zu infizieren. Zudem sinkt das Risiko für Gebärmuttervereiterungen oder Gesäuge-Tumore. Um Gebärmuttervereiterungen bei Hündinnen zu vermeiden, entfernt man heutzutage meist nur noch die Eierstöcke, nicht mehr die Gebärmutter. Die Kastration einer Hündin sollte im Idealfall vor der ersten Läufigkeit oder zwischen den ersten beiden Läufigkeiten stattfinden, um das Risiko der Entstehung von Gesäuge-Tumoren zu minimieren. Das generelle Risiko, an einem Tumor zu erkranken, ist bei kastrierten Tieren jedoch insgesamt höher als bei unkastrierten. Aufgrund des künstlichen dauerhaften Lichteinfalls in der menschlichen Obhut werden unkastrierte weibliche Katzen oft dauerrollig, was mit erheblichem Stress für die Tiere einhergehen kann – in solchen Fällen kann eine Kastration helfen.

 

Bei Hunden kann ein derartiger Eingriff zu weniger Prostata-Erkrankungen, Scheinträchtigkeiten, oder Diabetes führen. Nach einer Kastration ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten, denn durch die Veränderung des Stoffwechsels neigen die Tiere danach oft zu Übergewicht. Bei Rüden kann man, bevor man sich zu einer endgültigen Kastration entscheidet, vorab mit einem sogenannten Kastrationschip, dessen Wirkung sechs bis neun Monate anhält, testen, inwieweit sich sein hormonbedingtes Verhalten verändert.

 

Sterilisation: Hormone ja, Fortpflanzung nein

Da bei einer Sterilisation nur Samen- bzw. Eileiter abgebunden oder durchtrennt, nicht aber Hoden bzw. Eierstöcke entfernt werden, bleibt die Hormonproduktion Ihres Haustieres weiterhin aktiv. Demnach zeigt Ihr Hund oder Ihre Katze weiterhin das Verhalten, das ein unkastriertes oder unsterilisiertes Tier zeigen würde. Eine Sterilisation unterbindet damit lediglich die Zeugung von Nachkommen. Sterilisationen werden in Tierarztpraxen auch im Vergleich zu Kastrationen eher selten durchgeführt.

 

Ihre Entscheidung

Nun sind Sie über das Thema ungewollte Vermehrung und Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Hundes oder Ihrer Katze informiert und Sie können entscheiden, was für Sie beide das Richtige ist. Dazu raten wir Ihnen, auch noch einmal einen Beratungstermin beim Tierarzt Ihres Vertrauens wahrzunehmen. Dieser kennt Ihr Tier bereits und kann auch eventuelle offene Fragen klären. Wir drücken Ihnen die Daumen!

 

Gelegenheit nutzen und Haustier kennzeichnen

In der Regel werden Katzen frühzeitig (mit ca. sechs Monaten) kastriert. Es bietet sich daher an, wenn sich das Haustier sowieso schon in Narkose befindet, es gleichzeitig direkt auch mit einem Mikrochip kennzeichnen zu lassen. Das Setzen des Transponders ist zwar in der Regel nicht schmerzhaft. Allerdings können Sie unnötigen Stress für das Tier vermeiden, wenn Sie die Gelegenheit nutzen und Ihren Vierbeiner direkt während des Kastrierens (oder Sterilisierens) kennzeichnen lassen, da es unter Narkose nichts spürt. Denken Sie im Anschluss unbedingt daran, die 15-stellige Mikrochip-Nummer, die auf dem injizierten Transponder gespeichert ist und die Ihnen Ihr Tierarzt nennen wird, bei FINDEFIX zu registrieren, damit Ihre Daten und die Ihres Tieres mit der Mikrochip-Nummer verknüpft sind. So sind Sie auf der sicheren Seite, sollte Ihr Liebling einmal verschwinden und von einem tierlieben Menschen gefunden werden. Sie können dadurch schnellstmöglich kontaktiert werden und Ihren Vierbeiner wieder in die Arme schließen. Denken Sie deshalb bitte auch immer daran, uns Änderungen in Ihren Kontaktangaben schnellstmöglich mitzuteilen.

 

 

Kontakt

FINDEFIX - Das Haustierregister
des Deutschen Tierschutzbundes

In der Raste 10
53129 Bonn

Tel:+49 (0) 228 6049635
Fax:+49 (0) 228 6049642
E-Mail:info@findefix.com

 

Der Deutsche Tierschutzbund e.V. ist als gemeinnütziger Verein von der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer freigestellt und beim Finanzamt unter der Steuernummer 205/5783/1179 registriert.

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