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Katze an die Leine: Trend mit Tierquälerei?

Katze an der Leine (istockphoto.com © Yelizaveta Tomashevska)
Ist es gut, mit Katzen Gassi zu gehen?
Im Gegensatz zu Hunden, die mehrmals täglich ausgeführt werden müssen, leben viele Katzen ausschließlich in der Wohnung – zum Beispiel, weil diese in einem der oberen Stockwerke liegt. Ist es nicht möglich, der Katze Freigang oder Zugang zu einem gesicherten Garten zu ermöglichen, können Sie es mit einem Ausflug an der Leine versuchen. Es ist zwar kein vollständiger Ersatz, da sich das Tier natürlich nicht frei ohne Leine bewegen kann, jedoch eine Option, damit es die Außenwelt mit allen Gerüchen und Reizen erleben kann. Je nach Katze kann dies eine Bereicherung sein oder negative Einflüsse haben – mit Katzen spazieren zu gehen ist allerdings nicht grundsätzlich Tierquälerei.
Ist Ihre Katze ein „Spaziergänger“ und für Ausflüge an der Leine geeignet?
Um herauszufinden, ob Ihre Katze Freude an Spaziergängen haben könnte, ist es wichtig, dass Sie Ihre Katze gut kennen und einschätzen können. Denn vor allem unsichere oder schreckhafte Katzen können durch die Außenwelt noch mehr verängstigt werden. Einige Samtpfoten sind mit ihrem aktuellen Lebensumfeld schlicht zufrieden – dies sollten Sie respektieren. Generell gilt: Ihre Katze hat das Sagen.
Das sollte Ihre Katze mitbringen
Ist sie neugierig, selbstbewusst und bewegungsfreudig und reagiert gelassen auf neue Situationen, ist das eine gute Basis. Hat sie zusätzlich kein Problem damit, z. B. auf den Arm genommen, in eine Transportbox gesetzt oder im Auto transportiert zu werden, so können Sie einen Versuch wagen. Wichtig ist außerdem, dass sie gesund, geimpft sowie gegen Parasiten behandelt, kastriert, gekennzeichnet und registriert ist – denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf einem Spaziergang entwischt, ist natürlich größer als in der Wohnung. Für diese Situation sollten Sie mittels Kennzeichnung (Mikrochip) und Registrierung unbedingt vorsorgen.
Katzengeschirr: So finden Sie das Richtige
Glauben Sie, dass Ihre Katze Spaß an einem Spaziergang haben könnte, fehlt Ihnen neben einer passenden, idealerweise ruhigen Umgebung dafür nur noch eines: das passende Equipment. Greifen Sie dabei niemals zu einem Halsband – bleibt die Katze damit mal an etwas hängen, ist die Gefahr groß, dass sie sich dabei stranguliert. Verwenden Sie stattdessen ein Katzengeschirr, das Sie vorher zu Hause anprobieren. Es sollte weder drücken, einschnüren noch zu locker sitzen.
Katze an die Leine gewöhnen
Insbesondere, wenn Ihre Katze noch nie ein Geschirr mit Leine getragen hat, sollten Sie sie langsam und positiv daran gewöhnen. Beginnen Sie damit, ihr das Geschirr zu Hause erst einmal zum Beschnuppern hinzulegen. Anschließend können Sie es ihr kurz anziehen, aber nicht zu machen und das Ganze langsam erweitern. Belohnen Sie Ihre Katze nach jedem erfolgreichen Schritt, damit sie es mit etwas Positivem verknüpft. Hat sie sich daran gewöhnt, können Sie beginnen, im Haus zusätzlich die Leine anzulegen. Erst nachdem Sie sich einige Zeit aufeinander eingespielt haben, sollten Sie den ersten Versuch draußen wagen.
Am besten setzen Sie die Katze in eine Transportbox (die sie positiv verknüpft) und nehmen sie mit nach draußen. Dann lassen Sie sie die Umgebung in ihrem eigenen Tempo erkunden. Es ist grundsätzlich zu empfehlen, eine Transportbox als Rückzugsort dabei zu haben, falls die Katze draußen Angst bekommt.
Mit Katze spazieren gehen: Weitere Tipps
Meiden Sie sowohl sehr kalte als auch sehr heiße Temperaturen, wenn Sie mit Ihrer Katze spazieren oder generell nach draußen gehen. Freunden Sie sich mit dem Gedanken an, dass der Spaziergang mit einer Katze nicht genauso ist wie mit einem Hund. Katzen bewegen sich anders als Hunde – und Sie sollten nicht versuchen, sie mit Zug in eine bestimmte Richtung zu lenken, sondern eher der Katze zu folgen. Wählen Sie die Umgebung für Ihre gemeinsamen Spaziergänge mit Bedacht. Vermeiden Sie laute Umgebungen mit vielen Menschen, Hunden oder starkem Verkehr. Ruhige, übersichtliche Wege und Wiesen sind hingegen gut geeignet. Lassen Sie Ihre Katze dort jedoch auf keinen Fall auf einen Baum klettern – die Gefahr, dass sie sich dort verheddert und verletzt, ist zu groß. Wenn Sie alle Tipps beachten, steht gemeinsamen Abenteuern nichts mehr im Weg.





